IT-Gipfel analysiert Klimaschutz-Potenzial
08.12.2009
Nachhaltiger Klimaschutz ist ein Schwerpunktthema des vierten IT-Gipfels, zu dem die Bundesregierung Vertreter aus Wirtschaft und Industrie nach Stuttgart geladen hat. Eine Studie dokumentiert den Beitrag der IT-Industrie.
Fachleute diskutieren über Herausforderungen und Chancen sowie konkrete Projekte und Strategien der deutschen ITK-Branche (Informations- und Kommunikationstechnologie). Welche Klimaschutzpotenziale in der Informationstechnologie stecken und wie wichtig IT im Standortwettbewerb für Deutschland ist, analysiert die Studie "SMART 2020 - Addendum Deutschland".
Telekom Chef René Obermann überreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Klimaschutzstudie "SMART 2020".
Telekom Chef René Obermann überreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Klimaschutzstudie "SMART 2020".
Im Vorwort des Reports erklärt Professor Hans-Joachim Schellhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: "Der hochinteressante Report von The Boston Consulting Group, Deutsche Telekom, Huawei, SAP und Siemens zeigt auch, dass das technische Potenzial der einzelnen Maßnahmen oft weit höher liegt als das, was sich derzeit rein marktgetrieben realisieren lässt."
Signal für Kopenhagen"SMART 2020" skizziert Potenziale, die die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung unterstützen. Mit ihrer Selbstverpflichtung zu nachhaltiger Energieeffizienz und Klimaschutz wollen IT-Unternehmen in Deutschland bis 2020 die CO2-Einsparungen auf bis zu 25 Prozent steigern. Die Schlüsselfunktion für diesen nachhaltigen Effekt hat eine Umwelt- und ressourcenschonende Informationstechnologie, die sich als "Green IT" bereits in vielen gesellschaftlichen Bereichen etabliert hat. "SMART 2020" verstehen die Autoren deshalb auch als richtungsweisendes Signal an den Weltklimagipfel in Kopenhagen, der parallel stattfindet.
Unternehmerische VerantwortungRené Obermann wird die Studie mit dem Untertitel "Die IKT-Industrie als treibende Kraft auf dem Weg zu nachhaltigem Klimaschutz" an Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichen. In seinem Geleitwort betont der Vorstandsvorsitzende der Telekom, dass Klimaschutz und Förderung einer CO2-neutralen Gesellschaft im Zentrum der Corporate-Responsibility-Strategie der Deutschen Telekom stehen: "Ich bin überzeugt, dass alle Unternehmen unserer Branche wichtige Verbündete im Kampf gegen die globale Erwärmung sind. Wirtschaft und Politik müssen ihre Kräfte noch intensiver als bisher bündeln."
Innovationen für DeutschlandDie Deutsche Telekom macht ihre Pionierrolle in vielen Bereichen deutlich. So das Beispiel der nachhaltigen Beschaffung: Das Unternehmen hat die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards entlang der Wertschöpfungskette im Beschaffungsprozess verankert. Beispiel Klimaschutz: Seit 2008 deckt die Deutsche Telekom in Deutschland den gesamten Strombedarf des Konzerns zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen ab. Seit vielen Jahren ist die Telekom Vorreiter im Bereich Green IT und strebt diese Rolle auch international an. Die Konzerntochter T-Systems erforscht beispielsweise mit Intel in einem gemeinsamen Projekt das ideale Rechenzentrum. Experten untersuchen, wie sich die Infrastruktur ökonomisch und ökologisch effizient gestalten lässt. In München testet die Deutsche Telekom als erstes Unternehmen weltweit eine mit umweltfreundlichem Biogas betriebene Brennstoffzellenanlage, die Strom und Kälte für einen Serverbereich im Rechenzentrum liefert.